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DVB-T in Zahlen (2/3)

Überallfernseh-Logo Bestandsaufnahme der Landesmedienanstalten

Seit 2005 veröffentlichen die Landesmedienanstalten ihre eigenen jährlichen „Digitalisierungsberichte“. Die dafür ausgewerteten eigenen Datenerhebungen und die Einschätzungen der Medienwächter sind etwas differenzierter als die des Satellitenbetreibers Astra, den man getrost für „parteilich“ halten darf.


Die Anstalten melden mit Stand im Sommer 2007 für alle Empfangswege einen von 24,8% (2006) auf 39,9% gestiegenen Digitalisierungsgrad. Dass die Antenne mit einem Digitalisierungsgrad von 86% (2006: 57,1%) überdurchschnittlich abschneidet, liegt an der mit der DVB-T-Einführung verbundenen Abschaltung des Analogempfangs. Der Sat-Empfang folgt hier dichtauf mit 57,3% (2006: 47,2%). Beim Kabel ist mit 16,7% (2006: 15,2%, 2005: 9,7%) hingegen eine nur geringe Entwicklung zu verzeichnen.

DVB-T macht Antenne wieder interessant

Schon nach den Astra-Zahlen kann der Rückgang der Antennenzuschauer als gestoppt angesehen werden. Der DLM-Bericht geht weiter ins Detail. Im Bundesdurchschnitt stieg der DVB-T-„Marktanteil“ von 4,3% (2005) über 5,3% (2006) auf 9,9% (2007) der deutschen TV-Haushalte. Für weitere 1,6% Haushalte mit analogterrestrischer Versorgung steht der Umstieg Mitte 2007 noch bevor. Die Antenne konnte ihre Position mit insgesamt 11,5% von 37 Mio. TV-Haushalten seit Beginn der DVB-T-Einführung erheblich verbessern. „3,6 Millionen Haushalte nutzen DVB-T und damit nahezu doppelt so viele wie im Vorjahr“, fassen die Medienwächter zusammen. Davon empfangen immerhin 3 Mio. Haushalte DVB-T mit dem Erstgerät. Zur Erinnerung: Als die Digitalisierung 2002 begann war man von einem Marktanteil der Antenne von 5% ausgegangen - das entsprach damals etwa 1,7 bis 1,8 Mio. Haushalten.

Darüber hinaus bestätigt die Statistik, was man ohnehin schon ahnte: DVB-T schneidet überall dort, wo private Programme angeboten werden, überdurchschnittlich gut ab. In diesen Gebieten stieg die DVB-T-Nutzung 2006 von 10,4% auf 12,8%. Die Spitzenstellung halten 2007 mit je 16,5% die Regionen Hamburg/Schleswig-Holstein und NRW.

DVB-T mit und ohne Privatprogramme

In Regionen ohne Privatprogramme werden hingegen Mitte 2007 per DVB-T nur zwischen 3,4% (Mecklenburg-Vorpommern) und 1% (Sachsen-Anhalt - vor der Aufschaltung im Raum Magdeburg) der TV-Haushalte erreicht. Aber auch in diesen Regionen scheint sich der Marktanteil nach der Digitalisierung leicht nach oben zu bewegen. Laut DLM-Bericht 2006 hatten bis dahin 40.000 Haushalte in Mitteldeutschland DVB-T-Geräte gekauft. Das dürfte naturgemäss nur in den bis dahin digital versorgten Regionen Thüringens, Sachsens und Sachsen-Anhalts der Fall gewesen sein. Laut Astra gab es 2005 in diesen drei Bundesländern insgesamt etwa 35.000 Antennenhaushalte. Also auch in den „nur öffentlich-rechtlichen“ Gebieten scheint die Antenne zumindest etwas Aufwind durch die Digitalisierung zu bekommen. Das wird weiter zu beobachten sein, nachdem 2007/2008 der Ausbau in den drei mitteldeutschen Bundesländern beendet sein wird. Gleichwohl scheine sich ein Umstieg „aus Sicht eines großen Teils der Zuschauer erst zu lohnen, wenn auch ein Grundangebot privater Programme vorhanden ist“, schätzt der Berichtsjahrgang 2007 ein.

„Die Terrestrik bleibt auch im digitalen Zeitalter ein bedeutender Übertragungsweg“, kommentiert Hans Hege (MABB) im Berichtsjahr 2006. „Als freier Übertragungsweg ohne zwischengeschaltete Vermarktungsplattform stärkt er die Stellung der Verbraucher“, spielte Hege auf die Pläne von RTL, auch per Digitalantenne eine Grundverschlüsselung einzuführen, an. Hege räumte aber zugleich ein, dass einer Beteiligung der Privaten außerhalb der Ballungsgebiete dennoch eine wichtige Rolle zukommt. Hier wird es spannend, wie sich der im Dezember 2006 angekündigte Einstieg der RTL-Programmfamilie in weiteren Regionen auswirken wird. Wenn das denn tatsächlich über die bis zum Oktober 2007 vorliegenden vorsichtigen Interessenbekundungen der Programmfamilie hinaus konkrete Gestalt annehmen sollte. Ähnlich spannend ist die Frage, ob sich das Leipziger Lokal-TV-Projekt signifikant auf die DVB-T Nutzung auswirkt.
Digitalisierungsbericht 2005, Vistas-Verlag, ISBN 3-89158-414-8
Digitalisierungsbericht 2005 (Vistas-Verlag, ISBN 3-89158-414-8). Download (pdf, 3,7 MB)
Digitalisierungsbericht 2006, Vistas-Verlag, ISBN 978-3-89158-447-7
Digitalisierungsbericht 2006 (Vistas-Verlag, ISBN 978-3-89158-447-7). Download (pdf, 2 MB)
Digitalisierungsbericht 2007, Vistas-Verlag, ISBN 978-3-89158-464-4
Digitalisierungsbericht 2007 (Vistas-Verlag, ISBN 978-3-89158-464-4). Download (pdf, 2 MB)
Die Digitalisierungsberichte geben weitere interessante Hinweise. So sei auffällig, dass zwei Drittel der DVB-T Nutzer überdurchschnittlich jung sind. Die Forschungsergebnisse aus Berlin, Anfang 2004 veröffentlicht, hatten noch einen erheblich höheren Anteil älterer Zuschauer mit DVB-T-Empfang ausgewiesen. (2007 nicht fortgeschrieben)

Zweit- und Drittgeräte

Die These, dass DVB-T wesentlich für Zweit- und Drittfernseher genutzt wird, sei überraschend nicht belegt, hieß es noch in den Berichten 2005/2006. „Hier sollten die Statistiker in der nächsten Zeit noch Arbeit investieren“, hatte dehnmedia in der Vorversion dieser Seite gefordert. Im Digitalisierungsbericht 2007 wird nun erstmals auch nach Zweit- und Drittgeräten differenziert. Danach nutzen 8,1% aller 37 Mio. TV-Haushalte DVB-T am Erstgerät. Die Statistiker fanden 11,6 Mio. Haushalte mit Zweitgeräten, von denen 10% über DVB-T versorgt werden. Bei den knapp 2,9 Mio. Drittgeräten liegt der DVB-T-Anteil bei 9,4%. Bei diesen drei Gerätegruppen gibt es noch eine Entwicklungs-„Reserve“ von je um 1,5% analogterrestrischen Haushalten.

Update 2008

Der Anfang September 2008 vorgelegte vierte Digitalisierungsbericht, dessen Daten im Sommer 2008 erhoben wurden, gibt Aufschluß über den Stand der Dinge kurz bevor im November 2008 die letzten Regionen ans digitale Netz gehen. Ablesbar ist der Sprung, den die Antenne in der Zuschauergunst gemacht hat: der Marktanteil stieg von 9,9% (2007) nochmals - auf 11,1%. Und das, obwohl in den hinzugekommenen Verbreitungsgebieten keine Privatsender angeboten werden. Abschließende Aussagen, z.B. für das „kritische“ Mitteldeutschland, können so kurz nach der Aufschaltung der dortigen letzten Regionen bzw. nach dem Ende der Umstellung durch ARD und ZDF im November 2008 noch nicht getroffen werden.

Digitalisierungsbericht 2008, Vistas-Verlag, ISBN 978-3-89158-487-3
Digitalisierungsbericht 2008 (Vistas-Verlag, ISBN 978-3-89158-487-3). Download (pdf, 5,1 MB)

Für die 37,28 Mio. erfassten TV-Haushalte in ganz Deutschland ergibt sich Mitte 2008 folgende Verteilung auf die Verbreitungswege und den analogen und digitalen Empfang:

Digital Analog Zusammen
Prozent Mio. Prozent Mio. Prozent Mio.

Antenne 10,5 3,91 0,60 0,22 11,1 4,14
Kabel 11,0 4,10 41,5 15,5 52,5 19,6
Satellit 27,6 10,3 14,4 5,37 42,0 15,6
DSL 0,6 0,22 0 0 0,6 0,22


Update 2009

Die Daten für den fünften Digitalisierungsbericht wurden im Sommer 2009 erhoben. Nach abgeschlossener Digitalisierung stabilisiert sich die Zuschauerschaft per Antenne. Die Zahlen bestätigen, dass die Verfügbarkeit frei empfangbarer Privatprogramme die Attraktivität von DVB-T erheblich erhöht.
55 Prozent der 37,41 Mio. Haushalte empfangen digital. Das analoge Kabel erweist sich aber, trotz leichten Rückgangs gegenüber dem Vorjahr, mit 36,6 Prozent aller Haushalte weiter als der stärkste Verbreitungsweg. Das Kabel hat 16,2 Mio. Digtialzuschauer und einen Gesamtmarktanteil von 52,8 Prozent. Indessen hat der Digitalanteil der Sat-Zuschauer 74,1 Prozent erreicht.
Digitalisierungsbericht 2009, Vistas-Verlag, ISBN 978-3-89158-506-1
Digitalisierungsbericht 2009 (Vistas-Verlag, ISBN 978-3-89158-506-1). Download

Insgesamt ergibt sich 2009 folgende Verteilung auf die drei Verbreitungswege und den analogen und digitalen Empfang:

Digital Analog Zusammen
Prozent Mio. Prozent Mio. Prozent Mio.

Antenne 11,3 4,23 0 0 11,3 4,23
Kabel 16,2 6,06 36,6 13,69 52,8 19,75
Satellit 31,2 11,6 10,9 4,1 42,1 15,75
DSL TV 1,8 0,67 0 0 1,8 0,67

Basis: 37,412 Mio. TV-Haushalte. Prozentwerte nehmen jeweils auf diesen Gesamtmarkt Bezug. (Mehrfachnennungen waren möglich).

Update 2010

Die Daten für den sechsten Digitalisierungsbericht wurden bis Ende Juni 2010 telefonisch abgefragt. Der Marktanteil der Antenne ist nach der TNS Infratest-Erhebung weiter stabil. Wie gehabt tragen die frei empfangbaren Privatprogramme zu hohen Marktanteilen von DVB-T in den entsprechenden Versorgungsgebieten bei.

61,7 Prozent der 37,46 Mio. TV-Haushalte in Deutschland empfangen digital auf einem der vier Empfangswege - einschließlich DSL, das den Marktanteil von 1,8 auf 3,8 Prozent zu Lasten der anderen Wege mehr als verdoppeln konnte. Das analoge Kabel bleibt mit 12,28 Mio. Analoghaushalten der stärkste aller analogen bzw. digitalen Verbreitungswege. Stark angestiegen,
Digitalisierungsbericht 2010, Vistas-Verlag, ISBN 978-3-89158-534-4
Digitalisierungsbericht 2010 (Vistas-Verlag, ISBN 978-3-89158-534-4).
wenngleich insgesamt noch auf geringem Niveau, ist das DSL-Netz als TV-Empfangsplattform.

Der Digitalisierungsbericht 2010 stellt folgende Verteilung auf die Verbreitungswege und den analogen und digitalen Empfang fest:

Digital Analog Zusammen
Prozent Mio. Prozent Mio. Prozent Mio.

Antenne 11,1 4,16 0 0 11,1 4,16
Kabel 19,94 7,47 32,78 12,28 51,4 19,76
Satellit 33,85 12,68 8,9 3,35 42,8 16,03
DSL TV 3,8 1,42 0 0 3,8 1,42

Basis: 37,464 Mio. TV-Haushalte. Prozentwerte nehmen jeweils auf diesen Gesamtmarkt Bezug. (Mehrfachnennungen waren möglich).

Update 2011

Für die Antenne meldet der Digitalisierungsbericht 2011 ein leichten Anstieg des Marktanteils von 11,1 auf 11,8 Prozent. In den Kernregionen mit privaten Programme sank der Anteil geringfügig von 19,3 auf 18,3 Prozent ab - ist aber nach absoluten Zahlen sogar leicht (von 15,05 auf 15,23 Mio. Haushalte) angestiegen. Selbst in den weiteren Regionen ist trotz leicht rückläufiger zahl der Nutzerhaushalte der Marktanteil noch gestiegen - von 5,6 auf 7 Prozent.

Der Anteil der deutschen TV-Haushalte, die ausschließlich digital empfangen, hat inzwischen 57,7 Prozent erreicht. Weitere 10,3 Prozent nutzen digitale wie analoge Empfangswege. Noch 32,2 Prozent (12,13 von 37,7 Mio. TV-Haushalten) empfangen ausschließlich analog.
Digitalisierungsbericht 2011, Vistas-Verlag, ISBN 978-3-89158-557-3
Digitalisierungsbericht 2011 (Vistas-Verlag, ISBN 978-3-89158-557-3). Download

Bezogen auf die Empfangswege erreicht das Kabel mit 50,2 Prozent den niedrigsten Marktanteil seit 2005, während für den Satelliten (44,7 Prozent) und die Antenne (11,8 Prozent) Höchstwerte seit 2005 erfasst wurden. Auch DSL-TV konnte seine Verbreitung auf 3 Prozent der Haushalte steigern. Mit 86,4 Prozent Digitalanteil geht der Satellit der Analogabschaltung am 30. April 2012 entgegen, demnach müssten bis dahin noch 2,3 Mio. Haushalte umstellen. Trotz einer Steigerung um knapp 5 Prozent auf 42,5 Prozent der Anschlüsse hinkt das Kabel weiter erheblich nach.

Bezogen auf die insgesamt 55,34 Mio. Fernsehgeräte (also einschließlich der Zweitfernseher) empfangen nach den Angaben noch 20,65 Mio. Haushalte - also 36,8 Prozent - ausschließlich analog. Über Analogsat werden noch 3,85 Mio. Geräte (15,9%) analog gespeist. Beim Kabel sind es 16,55 Mio. Fernseher bzw. 62,3% der angeschlossenen Geräte.

Die Daten wurden wieder von TNS Infratest im Sommer erhoben. Sie verteilen sich wie folgt auf die Verbreitungswege und den analogen und digitalen Empfang:

Digital Analog Zusammen
Prozent Mio. Prozent Mio. Prozent Mio.

Antenne 11,8 4,44 0 0 11,8 4,44
Kabel 21,36 8,04 28,89 10,88 50,25 18,93
Satellit 38,63 14,55 6,08 2,29 44,71 16,84

Basis: 37,668 Mio. TV-Haushalte. Prozentwerte nehmen jeweils auf diesen Gesamtmarkt Bezug. (Mehrfachnennungen waren möglich).

Update 2012

Der Digitalisierungsgrad liegt 2012 über alle Verbreitungswege bei 70,6 Prozent; weitere 7,2 Prozent empfangen mit Geräten beider Empfangsarten. Es zeigt sich also, dass sich das Kabel in Sachen Digitalisierung weiterhin sehr langsam entwickelt. Von den 18,2 Mio. Kabelhaushalten schauen noch mehr als die Hälfte (9,42 Mio.) analog. Laut Digitalisierungsbericht steht der Digitalumstieg in diesen Haushalten noch für 14,9 Mio. Erst- und Zweitfernseher an. Das dürfte vor allem die Stadtstaaten Berlin und Hamburg betreffen, wo das Kabel mit jeweils 73,2 bzw. 72,8 Prozent noch eine besonders ausgeprägte Stellung unter den Verbreitungswegen hat.

Digitalisierungsbericht 2012, Vistas-Verlag, ISBN 978-3-89158-573-3
Digitalisierungsbericht 2012 (Vistas-Verlag, ISBN 978-3-89158-573-3). Download
Die Daten wurden im Juni/Juli 2012 erhoben - also nach vollzogener Umstellung der Sat-Verbreitung auf digitale Technik.

Digital Analog Zusammen
Prozent Mio. Prozent Mio. Prozent Mio.

Antenne 12,5 4,72 0 0 12,5 4,72
Kabel 23,1 8,78 24,8 9,42 47,9 18,2
Satellit 45,6 17,32 0 0 45,6 17,32

Basis: 37,977 Mio. TV-Haushalte. Prozentwerte nehmen jeweils auf diesen Gesamtmarkt Bezug. (Mehrfachnennungen waren möglich).
Quelle: Datenteil des Digitalisierungsberichts 2012.

Der Datenteil des Digitalisierungsberichts 2012 wartet mit interessanten Zahlen auf, die die Bedeutung der privaten Programme unterstreichen. Danach wird DVB-T in den Regionen mit privatem Programmangebot von 22,1 Prozent der Haushalte genutzt - Tendenz steigend (2011: 18,8 Prozent). Etwa zehn Prozent der TV-Haushalte dort empfangen ausschließlich terrestrisch, sind also auf DVB-T angewiesen. Verglichen mit dem schon erfreulich hohen Bundesdurchschnitt von 12,5 (11,8) Prozent ist das noch ein zusätzlicher Sprung. Hier diese Angaben im Detail:

Nutzung Alle TV-HH Kernregionen *) übrige Gebiete
2011 2012 2011 2012 2011 2012

DVB-T insg. 11,8 12,5 18,8 21,1 7,0 6,4
nur DVB-T 4,4 5,2 8,3 10,4 1,8 1,9
DVB-T 2. Empfangsw. 7,4 7,3 10,5 11,7 5,2 4,5

Basis: 37,977 Mio. TV-Haushalte. Prozentwerte nehmen jeweils auf diesen Gesamtmarkt Bezug. ( *) Verbreitungsgebiete mit Privatprogrammen)
Quelle: Datenteil des Digitalisierungsberichts 2012.

Diesen Angaben folgend ist die Nutzung von DVB-T überall dort rückläufig, wo keine privaten Programme angeboten werden. Damit wird die entscheidende Rolle der Privaten für Gegenwart und Zukunft der Antenne deutlich. Und die von der ARD bezüglich eines perspektivischen Umstiegs auf DVB-T2 formulierte Forderung „die Verfügbarkeit privater Programme in der Terrestrik (ist) zwingend erforderlich“ wird verständlich.

Update 2013

80,8 Prozent, das sind 30,83 Mio. von 38,157 Mio. TV-Haushalten nach Zählung der Landesmedienanstalten, empfangen Mitte 2013 das Fernsehen digital über Antenne, Satellit, Kabel oder IPTV. Analog empfangen noch 26,6 Prozent der Haushalte. Die Überschneidung ergibt sich, weil 7,4 Prozent aller Haushalte beide Empfangsarten an ihren Fernsehern nutzen. Ausschließlich analog empfangen 19,2 Prozent bzwe. 7,327 Mio. Haushalte. Nach dem Schub, den die Analogabschaltung beim Satelliten am 30.4.2012 auslöste, bewegt sich der TV-Digitalisierungsprozess, der nun noch ausschließlich Kabelhaushalte betrifft, auf vergleichsweise niedrigem Niveau. Der
Digitalisierungsbericht 2013
Digitalisierungsbericht 2013 (Vistas-Verlag). Download, Datenteil.
Digitalisierungsgrad im Kabel wird mit nur 55,9 Prozent angegeben.

Die Nutzung der Empfangswege verteilt sich danach wie folgt: Mit 17,656 Mio. Anschlüssen hat das Kabel 2013 wiederum (gegenüber dem Vorjahr 18,1 Mio. und gegenüber 2006 mit einem Höchstwert von 18,2 Mio. Haushalten) Marktanteile verloren. Prozentual sackte das Kabel nach 53,7 Prozent (2006) bis 2013 mit 46,3 Prozent ab. Der Satellit hat nun mit 46,2 Prozent fast gleichgezogen (2006: 42,0 Prozent gleich 14,23 Mio. Haushalte). Leicht im Aufwand erweist sich IPTV, dessen Marktanteil gegenüber dem Vorjahr von 4,3 auf 4,9 Prozent stieg und worüber sich 1,872 Mio. Haushalte versorgen.

Digital Analog Zusammen
Prozent Mio. Prozent Mio. Prozent Mio.

Antenne 11,0 4,2 0 0 11,0 4,2
Kabel 25,9 9,9 20,4 7,8 46,3 17,7
Satellit 46,2 17,6 0 0 46,2 17,6
DSL TV 4,9 1,9 0 0 4,9 1,89

Basis: 38,157 Mio. TV-Haushalte. Prozentwerte nehmen jeweils auf diesen Gesamtmarkt Bezug. (Mehrfachnennungen waren möglich).
Quelle: Datenteil des Digitalisierungsberichts 2013.

Die langsame Kabel-Digitalsiierung wird von der Entwicklung des Gerätebestands unterstrichen. Von insgesamt 24,03 Mio. Fernsehern in Kabelhaushalten sind nur 48,1 Prozent für den digitalen Empfang geeignet. Bezogen auf den gesamten Gerätebestand von 55,922 Stück sind das rund 20 Prozent.

Für die Antenne wird ein prozentualer Rückgang von 12,5 (2012; 4,72 Mio. HH) auf 11,0 Prozent (4,199 Mio. HH) gemeldet. Der Bericht stellt den nationalen Angaben die Werte aus den Ballungsräumen, in denen auch private Programme verbreitet werden, gegenüber.

DVB-T gesamt DVB-T only
2011 2012 2013 2011 2012 2013

DVB-T Kernregionen 18,1 22,1 20,8 8,3 10,4 11,4
DVB-T national 11,8 12,5 11,0 4,4 5,2 5,5

Alle Angaben in Prozent. Datenbasis: 2011: 37,668; 2012: 37,799; 2013: 38,157 Mio. TV-Haushalte.

Die Gegenüberstellung zeigt, dass nach beiden Kriterien die Zahl der ausschließlich mit DVB-T empfangenden Haushalte im Steigen begriffen ist; dies verläuft auf nationaler Ebene naturgemäss langsamer. In den Ballungsräumen entspricht die Zahl der auf DVB-T angewiesenen Haushalte in etwa den bundesweiten Wert. Es zeigt sich auch, dass die nicht mit Privatprogrammen ausgestatteten Regionen die Gesamtstatistik stark drücken.

Update 2014

Der Digitalisierungsgrad liegt Mitte 2014 bei 83,8 Prozent über die vier Verbreitungswege. Das sind 32,3 von 38,557 Mio. TV-Haushalten. Das Digitalisierungstempo entspricht mit rund 1,5 Mio. neuen Haushalten dem des Vorjahres. Wiederum sind die Marktanteile von Satellit (46,1 Prozent) und Kabel (46,3 Prozent) stabil und unterscheiden sich nur marginal voneinander. Ebenfalls stabil (mit 4,9 Prozent) ist DSL-TV.

Die Terrestrik verzeichnet einen Verlust von einem auf 10 Prozent. Der Marktanteil der Antenne ist wie gehabt in den Ballungsräumen mit privaten Programmen wesentlich höher als in den übrigen Regionen. „Die Vermutung
Digitalisierungsbericht 2014
Digitalisierungsbericht 2014 (Vistas-Verlag). Download, Datenteil.
liegt nahe, dass der leichte Rückgang der Terrestrik-Haushalte mit dem von RTL angekündigten und im Sommer 2013 in Bayern bereits vollzogenen Ausstieg aus DVB-T zusammenhängt“, schätzen die Medienanstalten ein. Weiter heißt es: „Dass der seit seiner Einführung 2008 technologisch unveränderte terrestrische Fernsehempfang nach wie vor attraktiv ist, belegen die Zahlen. Trotz leichtem Rückgang insgesamt blieb die Zahl der Terrestrik-Haushalte, die DVB-T als einzigen TV-Übertragungsweg nutzen, mit mehr als der Hälfte bzw. 2 Millionen nahezu unverändert.“

Werden nicht nur die Fernsehgeräte, sondern auch portable und mobile Geräte mit DVB-T Empfang einbezogen, können Mitte 2014 7,3 Mio. Haushalte (18,8 Prozent) DVB-T nutzen. In den DVB-T Kernregionen ist die TV-Nutzung mit Laptop/PC und Mobilgeräten überdurchschnittlich hoch.
DVB-T Kernregionen Alle TV-Haushalte

Fernseher 17,2 10,0
PC/Laptop 4,1 2,9
Mobiles 9,3 8,3
Gesamt 26,2 18,8

In Prozent. Datenbasis: DVB-T Kernregionen: 15,570; Alle TV-Haushalte: 38,557 Mio.

Der Digitalisierungsgrad bei Kabelanschlüssen stieg von 55,9 auf 62,9 Prozent, das sind 11,23 Mio. Digitalhaushalte. Umgekehrt empfangen also noch 6,233 (Vorjahr: 7,327) Mio. Haushalte analog. Hinzuzufügen sind weitere 2,2 Mio. Haushalte, die auf verschiedenen Geräten digital und analog empfangen. Die Kabel-Digitalisierung ist in Baden-Württemberg (69,9 Prozent) am weitesten fortgeschritten uznd hängt in Bayern (55,3 Prozent) am weitesten zurück.

„Die Kabelnetze in Deutschland sind längst flächendeckend 'digital ready'“, wird im Digitalisierungsbericht angemerkt. Jedoch hat sich die Aufhebung der Grundverschlüsselung von SDTV-Programmen nur gering auf das Fortschreiten der Digitalisierung ausgewirkt. Ursachen findet der Bericht in der wirtschaftlichen Situation der analogen Kabelhaushalte: Davon sind 45,4 Prozent Rentnerhaushalte und über die Hälfte werden den Geringverdienern (Haushaltsnettoeinkommen unter 2.000 Euro) zugerechnet. Der Anteil der nicht wechselwilligen Haushalte ist in beiden Gruppen mit über 80 Prozent extrem hoch.

Es scheint also, „dass weniger technikaffine Kabel-Haushalte nicht ausreichend darüber informiert sind, dass die Hürde zur Digitalisierung bzw. die damit verbundenen Kosten auf ein Minimum reduziert wurden“ schlußfolgert der Bericht. „Meist dürfte ein Informieren der betreffenden Haushalte über die bereits vorhandene digitale Empfangsmöglichkeit genügen. Die eine oder andere zur Verfügung gestellte digitale Set-Top-Box sollte ein Übriges tun“, so die Aufforderung der Medienanstalten an die Netzbetreiber und die Wohnungswirtschaft.

Update 2015

In 2015 löste der Satellit (46,5 Prozent) das Kabel (46,1 Prozent) als größten Verbreitungsweg ab. Der Anteil der Digitalhaushalte stieg auf 88,5 Prozent. Im Kabel liegt der Digitalisierungsgrad damit bei 66,8 Prozent; noch 4,5 Mio. Kabelhaushalte empfangen ausschließlich analog, weitere 1,48 Mio. nutzen das analoge Kabel gemeinsam mit anderen digitalen Verbreitungswegen.

Die Forscher bestätigen erneut, dass analoge Kabelhaushalte ein eher geringes Einkommen haben, eher älter sind und dass der Kabelanschluß bei zwei von drei Haushalten mit dem Mietvertrag gekoppelt ist. Die
Digitalisierungsbericht 2014
Digitalisierungsbericht 2015 (Vistas-Verlag). Download, Datenteil.
Umstiegsabsichten sind vergleichsweise gering: Nur jeder zehnte dieser Haushalte denkt an eine Digitalisierung binnen eines Jahres, weitere 10 Prozent wollen dies „eventuell später“ ins Auge fassen. Dennoch gehen vor allem kleine Netzbetreiber und die Medienanstalten davon aus, dass ein Ende der analogen Übertragung im Jahr 2018 geplant werden kann.

DVB-T verliert erneut - etwa 90.000 Haushalte -, der Marktanteil sinkt um 0,3 auf 9,7 Prozent. Rund 2 Mio. Haushalte (5,3 Prozent) nutzen ausschließlich DVB-T. Die Unterschiede zwischen den Ballungsregionen und den Gebieten ohne private Programme bleiben weiterhin signifikant: Die Terrestrik nutzen in Hamburg/Schleswig-Holstein 19,4 (nur DVB-T: 11,4) Prozent, in Berlin und Brandenburg 15,7 (9,9) Prozent der Haushalte.

Erneut erweist sich, dass sich der (nur digital mögliche) Empfang von HDTV-Programmen trotz einer guten Geräteausstattung noch nicht durchgesetzt hat. Hochauflösende TV-Bilder empfangen nur 48,1 Prozent aller TV-Haushalte. Von diesen 18,7 Mio. Haushalten empfangen rund 10 Mio. (55,5 Prozent der Sat-Nutzer) über Satellit. Beim Kabel sind es 42,5 Prozent, aber nur jeder 5. Kabelkunde empfängt auch (dort ebenfalls extra kostenpflichtige) Privatprogramme in HDTV.

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