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DVB-T in Zahlen (1/3)

Neue Bedeutung für die Terrestrik durch Digitalisierung

Überallfernseh-Logo Die Antenne schien ab Mitte der 80er Jahre durch die staatlich bezuschußte Verkabelung zum Auslaufmodell geworden. Das hat sich durch die zwischen 2002 und 2008 vollzogene Digitalisierung geändert. Deutlich ablesen lässt sich das an den Marktanteilen der TV-Verbreitungswege.

Aussagekräftige Bewertungen dazu lassen sich seit 2005 machen. Die Übersicht gibt Auskunft über die Entwicklung der Empfangswege in Deutschland seit 1994. Deutlich wird, dass ab 2008 - also mit beendeter Digitalisierung der Terrestrik - der Marktanteil der Antenne wieder deutlich ansteigt. Fazit: DVB-T hat die Marktposition der terrestrischen TV-Verbreitung erheblich gestärkt.

Die Fernsehempfangswege in Deutschland seit 1994
Jahr Antenne Kabel Satellit IPTV TV-HH insg.

1994 8,78 17,86 5,51 --- 32,15
1995 6,15 19,76 6,53 --- 32,45
1996 6,04 18,00 8,70 --- 32,74
1997 5,5 18,56 9,04 --- 33,11
1998 4,09 18,49 10,53 --- 33,11
1999 2,94 18,55 12,06 --- 33,36
2000 2,85 20,38 12,90 --- 33,56
2001 2,60 20,30 13,34 --- 33,56
2002 1,92 20,63 13,81 --- 33,31
2003 1,62 20,13 14,46 --- 33,57
2004 1,37 19,35 15,47 --- 33,72
2005 2,12 18,85 16,37 --- 33,90
2006 1,92 18,50 16,73 --- 33,90
2007 1,92 18,50 16,73 0,11 36,98
2008 4,14 19,57 15,66 0,11 37,28
2009 4,23 19,75 15,75 0,37 37,41
2010 4,16 19,26 16,03 0,86 37,64
2011 4,44 18,91 16,84 1,13 37,67
2012 4,72 18,11 17,24 1,63 37,80
2013 4,19 17,65 17,67 1,87 38,16
2014 3,87 17,86 17,78 1,90 38,56
2015 3,76 17,93 18,01 1,86 38,89

Quellen: Bis 2005 laut MediaPerspektiven-Basisdaten. 2006/2007 laut Astra Satellite Monitor, ab 2008 auf Grundlage der „Digitalisierungsberichte“ der Landesmedienanstalten. Dort wird IPTV seit 2007 erfaßt. Angaben in Millionen TV-Haushalten. Doppelnennungen sind möglich.

Der Marktanteil von DVB-T in den Bundesländern seit 2002
Bundesland 2002 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014 2015

Baden-W. 3,0 3,3 4,3 6,2 7,1 5,8 9,3 6,2 3,7 3,6
Bayern 3,6 9,3 8,2 10,5 9,0 8,9 8,5 9,1 7,3 7,2
Berlin
Brandenburg
3,1 13,6 16,8 16,8 25,7
10,6
20,1
10,1
22,7
11,3
24,5
9,8
17,3 15,7
Hamburg
Schleswig-H.
4,4
11,0
16,5 15,6 18,3 15,6
14,6
17,5
19,2
18,3
21,9
20,6
14,1
*) 19,4
Hessen 3,8 11,0 14,8 12,9 10,9 13,5 13,0 11,9 9,6 11,9
Mecklenburg-V. 2,3 3,4 3,2 3,1 2,1 1,7 3,9 2,2 *) *)
Niedersachsen
Bremen
7,5 12,4 13,4 15,1 12,3
23,8
15,6
26,6
13,4
25,6
12,8
26,6
*) 12,2
NS: 10,8
NRW 4,3 16,5 14,9 14,6 15,6 16,9 19,0 15,8 15,2 13,0
Rheinland-Pfalz
Saarland
4,2 2,2 4,5 4,8 7,3
5,4
7,0
4,3
6,7
3,0
3,7
5,9
5,4 3,3
Sachsen 1,5 1,1 5,7 5,0 4,1 4,7 4,1 3,6 *) *)
Sachsen-Anhalt 0,8 1,0 2,4 4,4 5,4 6,8 3,5 3,3 *) *)
Thüringen 0,3 2,8 4,6 4,1 3,6 3,5 4,3 2,4 *) *)
Norden *) 12,7 13,4
Mitte *) 3,7 4,7

Bundesweit 4,1 9,4 11,1 11,3 11,1 11,8 12,5 11,0 10,0 9,7
Quelle: Digitalisierungsberichte der Landesmedienanstalten seit 2007. Alle Angaben in Prozent der TV-Haushalte des Bundeslandes.
Die Datensammlung des Digitalisierungsberichtes 2012 enthält weitere Statistiken über die DVB-T Nutzung.
*) 2014 wurden die Angaben für die Bundesländer Norddeutschlands (Hamburg, Schleswig-Kolstein, Bremen, Niedersachsen, Mecklenburg-Vorpommern) und Mitteldeutschlands (Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen) zusammengefasst veröffentlicht.

Marktanteile und Stand der Digitalisierung der drei Empfangswege Ende 2012

Überallfernseh-Logo Spätestens 2008 wird deutlich, dass die Antenne zwar längst nicht an die alte Bedeutung (bis Ende der 1980er Jahre als einziger TV-Empfangsweg) anknüpfen kann. Mit 4,7 Mio. Haushalten (12,5%) konnte der Marktanteil seit dem Start von DVB-T bis 2012 verdreifacht werden. Dabei ist die Verteilung auf die Bundesländer höchst uneinheitlich. Der Marktanteil der Antenne erreicht in Ballungsräumen mit einem umfangreichen Angebot an Privatkanälen Höchstwerte: In Bremen sind es 2012 25,6%, in Berlin 22,7%, in Schleswig-Holstein 21,9% und in Hamburg 18,3%. In Mecklenburg-Vorpommern, wo nur sieben Programme von ARD/ZDF angeboten werden, sackte der Anteil der Terrestrik nach kurzzeitigem „Boom“ unter das Niveau von 2002 und auf weniger als 1 Prozent (das sind weit unter 10.000 TV-Haushalte) und stieg bis 2012 erneut auf 3,9%. 2013 sieht eine Stabilisierung der Antenne bei 11%, wobei die weitere positive Entwicklung vor allem in den drei Stadtstaaten Berlin, Hamburg und Bremen anderswo auftretende Verluste fast auffängt.

Sat-Schüssel Beim Satelliten wurde bis 2011 - nach einem Anstieg der Haushaltsanschlüsse - ein Digitalanteil des Verbreitungswegs von um 86 Prozent erreicht. Auf dieser Grundlage beschlossen die Veranstalter der deutschen Fernsehprogramme, die Netzbetreiber und Landesmedienanstalten, die analoge Übertragung via Sat zu beenden. Dies geschah am 30. April 2012, so dass die Sat-Verbreitung seither, ebenso wie die Antenne seit 2008, als komplett digitalisiert gelten kann. Zugleich steigt auch 2012 der marktanteil des Sat-Empfangs weiter - auf nun 45,6% - und zieht 2013 bei 46,2% mit dem Kabel gleich und überholt es 2015 nach absoluten Zahlen wie nach dem Marktanteil.

Kabelanschluß Die Zahl der Kabelhaushalte zeigt sich seit einem Höhepunkt (2002, 20,63 Mio. Haushalte, 61,9% Marktanteil) rückläufig. 2013 sind nur noch 17,65 Mio. (46,3%) der TV-Haushalte Kabelkunden. 2015 löste Satellit mit 46,5 Prozent (18,08 Mio. HH) das Kabel (46,1 Prozent, 17,9 Mio. HH) als Spitzenreiter ab. Nach absoluten Zahlen hat das Kabel seit 2002 also etwa 2,73 Mio. Haushalte - rund 13 Prozent des Bestandes - an andere Empfangswege verloren. Das Kabel kann mit der Entwicklung der Gesamtzahl der TV-Haushalte /2005: 33,9 Mio., 2015: 38,9 Mio.) nicht mithalten.

In ein Gesamtbild einzubeziehen ist der nur langsam steigende Anteil des digitalen Kabelempfangs, der 2013 bei 55,9% lag. Die Digitalisierung hatte bis Mitte 2013 also rund 7,8 Mio. Haushalte nicht erfasst. Weitere 2,8 Mio. Haushalte nutzen analogen und digitalen Empfang mit verschiedenen Geräten. 2015 empfing noch jeder vierte Kabelhaushalt (4,9 Mio. HH) das Fernsehen ausschlielich analog; die Mischnutzung (Kabel analog und digital, Analogkabel und andere Empfangswege) lag bei 8,7 Prozent (1,48 Mio. HH). Hintergrund für die langsame Entwicklung sind sicherlich die Geschäftsmodelle der Kabelnetzbetreiber. Sie verdienen an beiden Verbreitungsarten - und durch Zahlungen sowohl von ihren Zuschauern als auch von den Programmveranstaltern (auch, obwohl ARD und ZDF seit 2013 keine Einspeisegebühren mehr zahlen).

Digitalisierungsgrad des TV- Empfangs in Deutschland seit 2001

2001 2002 2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014 2015

Mio. HH 1,84 2,20 2,53 3,42 5,65 7,21 8,91 10,41 12,07 14,67 17,15 20,93 26,46 28,41 30,89
Marktant. (%) 5,3 6,4 7,4 9,9 16,2 20,6 25,4 29,7 34,2 41,4 47,8 58,1 73,0 77,4 83,4

Quelle: AGF, Stichtag: 1. Januar (2001: 1. April).
Ecktermine: Ende 2008 waren alle Grundnetzsender auf DVB-T umgestellt. Am 30.4.2012 wurden die analogen deutschen Programme über Astra abgeschaltet. Damit gibt es analogen Empfang nur noch im Kabel.
Hinweis: Gemessen über Sat, Kabel und Antenne, ab 2007 auch IPTV. Ausbau bis 2015 auf alle Online-Bewegtbildinhalte.

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Diese Seite wurde zuletzt am 11.09.2015 geändert.
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