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„Leidmarkt“ Handy-TV - Eine Zwischenbilanz (3/3)

Zum Beispiel die Endgeräte ...

... die für DMB mal eben aus Korea (von Samsung und LG) eingeflogen werden können. Nokia und Benq wollen DVB-H Geräte bis Mitte 2006 auf die entsprechenden Märkte bringen. Andere zeigen Prototypen auf Messen, ohne Termine für die Markteinführung zu nennen.

Die Gerätekonzepte und damit das künftige Angebot sei von den - heute nicht bekannten - Marktmodellen abhängig, platzierte sich Georg Lütteke (Philips) zwischen Ei und Henne. Erst die sich aus Diensten ergebenden Anforderungen an die Ausstattungen der Geräte (Empfangsbereiche, Pay-TV-Option, Speicherplatz usw. usf.) sind Grundlage der Entwicklung von Endgeräten, so Lütteke.

Zum Beispiel der Versuch des Blicks aufs Ausland ...

... nach Korea, wo T-DMB am 1. Dezember auf den Sendeweg gebracht wurde. Oder nach den USA und Italien, wo der der Regelbetrieb mit DVB-H für 2006 vorbereitet wird.

Währenddessen ...

... reiben sich bei uns die Glieder der digitalen Wertschöpfungskette in deutscher Provinzialität. Sie verbrauchen Reisekosten zu fast täglich wechselnden Schauplätzen von Fachtagungen, wo sich der Kreis der Verdächtigen trifft, um die Reibungsflächen aufzupolieren. Wenn die Reisenden so weitermachen, wird die Fußball-WM den Alptraum von der Unfähigkeit der Marktteilnehmer auslösen - statt das Startsignal für den Handy-TV-Markt zu geben.

Einzig aus der ARD-Ecke schallt Gesprächsbereitschaft. Michael Albrecht (ARD Digital), konnte sich zwar eine spitze Bemerkung („private Inhalte werden an der Supermarktkasse bezahlt“ und nicht per Handy) in Richtung VPRT nicht verkneifen, ist aber ansonsten Gewinner des von mir nicht vergebenen „Mr. Moderat“-Preises des Tages. Mit seinem Einstieg „Es ist notwendig, dort anzusetzen, wo die Inhalte verfügbar sind“, rückt er sich zunächst selbst in den Blick, ohne die private Konkurrenz auszuschließen. Das allein ist schon achtbar. Dann setzte er fort: „Die Marktteilnehmer sollten sich an einen Tisch setzen, um gemeinsam nach einer Balance ihrer gemeinsamen Interessen zu suchen. Es geht nicht um eine Grundverschlüsselung, sondern um eine technische Veranstaltergebühr. Da gibt es einen Rahmen der Verständigung.“ Na, bitte!

Wenn so ein Markt ...

... immer nur zitiert, aber nie bewegt wird - na, da rufen wir mal nach dem Staat! Geeigneter Zwischenrufer ist das Bundeswirtschaftsministerium, an deren Runden Tischen es - siehe „Initiative Digitaler Rundfunk“ - Platz für alle gibt.

Wenn Untersuchungen ...

... zitiert werden, gibt es oft widersprüchliche Ergebnisse. Die Berliner Beratung Goldmedia gibt sich sehr optimistisch. Das Interesse der Leser der Zeitschrift „Connect“ am Handy-Fernsehen nimmt allerdings seit 2004 ab. Vielleicht liegt das ja auch daran, dass sie darüber immer nur lesen dürfen, statt es zu nutzen ...

So wie sich das Projekt Handy-Fernsehen in Deutschland gegenwärtig nach aussen präsentiert, kann man dem Philips-Mann Dr. Lütteke nur zustimmen:

„Deutschland ist nicht der Leitmarkt sondern ein Leidmarkt.“

Aber das wäre nun wirklich nicht nötig gewesen.

(Geschrieben im Februar 2007)

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