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DAB+ - Broadcast oder Mobilfunk fürs Radio? (3/3)

Digitalradio-Schriftzug ab 5/2107 Nicht nur in Deutschland diskutieren die Fachleute um den „besseren“ und „kostengünstigeren“ Verbreitungsweg für den Hörfunk. Mit einem interessanten Vergleich schaltete sich der britische Netzbetreiber Arqiva 2019 in die Debatte ein.

Der Technologiechef des Unternehmens Simon Mason beleuchtete im September 2019 auf der Broadcastmesse IBC die Verbreitungskosten von DAB, UKW und Webradio. Dazu wurde eine Beispielrechnung der Verbreitungskosten je Zuhörer und Sendestunde durchgeführt. Für die einzelnen Posten wurden die in England üblichen Kosten bzw. Tarife zugrunde gelegt. Für UKW ging man von einem Sendestandort aus, der etwa 2,5 Mio. Eurnwohner über 15 Jahre vdersorgt. Grundlage für DAB war ein SFN-Netzwerk mit 25 Programme für 4,6 Mio. Menschen. Die Rechnung geht weiter von einer für England typischen Annahme aus: 5 Prozent der möglichen Hörerschaft schalten tatsächlich ein und zwar rund 10 Stunden wöchentlich. Daraus ergeben sich folgende Verbreitungskosten je Stunde:

UKW: 0,00105 £ bzw. 0,00120 €
DAB: 0,00033 £ bzw. 0,00037 €
IP-Radio: 0,00047 £ bzw. 0,00053 €
(Währungsumrechnung zum Kurs von 1,13 € für 1 £ am 18.9.2019.)

Die Kosten der digitalen Terrestrik je Hörer und Sendestunde liegen bei demnach etwa einem Drittel, verglichen mit UKW. Webradio ist erwartungsgemäß günstiger (45 Prozent) als UKW, jedoch um 40 Prozent höher als bei DAB. Für IP wurde der in England niedrigste Preis aus einem Kostenspektrum zwischen 0,02 £ (0,023 €) und 0,08 £ (0,09 €) angesetzt. Weitere Rechnungen mit einer Hörerzahl von 7 Prozent und entsprechend höheren Webkosten zeigen erwartungsgemäß, dass einzig
Verbreitungswege im Kostenverhältnis
Grafik: Arqiva (klickbar).
die Kosten der Webradio-Verbreitung steigen, während die Kosten je ereichtem Hörer bei der Broadcast-Verbreitung sinken.

Diese Studie zeigt einmal mehr den Vorteil der alten und neuen Rundfunkverbreitung mit Broadcast-Techniken: Im Gegensatz zum Webradio wird der Programmanbieter für ein wachsendes Publikum quasi „belohnt“: Die Sendekosten bleiben stabil und man kann mit höheren Werbeeinnahmen auf (höhere) Gewinne zielen. Hingegen rennen Webradios bei der Kalkulation ihrer Werbepreise den steigenden Verbreitungskosten hinterher.

Links zum Thema:
Hintergrund: Vortrags-Folien (Download).
DAB ist der günstigste Sendeweg für den Hörfunk im vom 18.9.2019.

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Diese Seite wurde zuletzt am 19.09.2019 geändert.
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