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DAB+ - Der nationale Multiplex (2/3) - Netzausbau 1

Digitalradio-Schriftzug ab 5/2107 Deutschland Ab dem Sendestart am 1. August 2011 wurden die Versorgung mit dem ersten „Bundesmux“ zügig ausgebaut. Zu den zunächst 27 Sendeantennen kamen bis Ende 2020 weitere 120 hinzu.

Deutschlandradio, das mit vier der 13 Programme und Datendiensten den größten Kostenanteil zu stemmen hat, nannte die Vollversorgung mehrfach als strategisches Ziel des Netzausbaus. Damit „soll zudem die mittel- und langfristig geplante Ablösung der analogen UKW-Ausstrahlung vorbereitet werden“. Ab 2018 wurde auf erste UKW-Sender verzichtet, sofern DAB+ vor Ort verfügbar ist. Dem Ausbauziel


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pflichtete 2016 auch Privatradio-Vertreter Willi Schreiner (DRD GmbH) bei: „Spätestens 2020 soll die Versorgung auch in Randgebieten erreicht sein.“

Ausbaustrategie ab 2020 mit Hindernissen

Entsprechend nannte der damalige D-Radio Intendant Willi Steul auf der World DAB-Konferenz im November 2015 das Ausbauziel von 200 Sendestationen bis Ende 2020. Damit war eine Versorgung der Bevölkerung von 98,9 Prozent (mobil) bzw. 89,1 Prozent indoor geplant. Nach der Fläche würden 99 Prozent (mobil) bzw. 87,4 Prozent (indoor) abgedeckt.

Bis 2023 könnten weitere 23 Sendestationen die Versorgung vor allem
Vortragsfolie Willi Steul, WorldDAB, 4.11.2015
Klickbare Grafik von Deutschlandradio.
innerhalb von Gebäuden verbessern, so der weitere Plan. Die Umsetzung dieser Idee unterliegt jedoch, wie der gesamte Netzausbaus, der Vereinbarung zwischen dem Netzbetreiber Media Broadcast, den neun beteiligten privaten Sendern und Deutschlandradio.

Das konnte nur zum Teil umgesetzt werden. Nachdem die Planung erst um 6, dann um weitere 2 Standorte gekürzt wurde, waren Ende 2020 nur 147 Sendeanlagen im Betrieb, die allerdings einen hohen Versorgungsgrad bieten. Hintergrund der Reduzierung in 2020 waren sicherlich die hohen Einnahmeausfälle der Privatradios aufgrund der Corona-Pandemie. 2021 setzten sich die Finanzierungsprobleme bis zu einem Urteil des Bundesverfassungsgerichtes fort.


Netzausbau 2020

Mit umfangreichen Aktivitäten ist angesichts der Corona-Folgen für die Finanzierung der Privatradios im Jahr 2020 nicht ohne Weiteres zu rechnen. Noch vor der Pandemie gingen drei neue Standorte in Brandenburg und Sachsen auf Sendung. Media Broadcast nannte Mitte 2020 das Ausbauziel von 155 Senderstandorten bis Jahresende. Das wurde im November auf 149 Anlagen korrigiert und mit der Ankündigung für neun Standorte für den Dezember verbunden. Davon wurden jedoch nur 7 Zuschaltungen realisiert, so dass das Sendenetz Ende 2020 aus 147 Senderanlagen bestand.

15. AprilBad Belzig (Brandenburg)3 kW
15. AprilNeustadt/Unger, Chemnitz-Reichenhain (Sachsen)je 10 kW
9. DezemberWismar (Mecklenburg-Vorpommern)1 kW
10. DezemberDillberg (Bayern)10 kW
12. Dezember Nennslingen (Bayern)5 kW
16. DezemberSchneidlingen (Sachsen-Anhalt)10 kW
17. DezemberHürtgenwald (Nordrhein-Westfalen)5 kW
17. DezemberAhrweiler (Rheinland-Pfalz)5 kW
23. DezemberErfurt-Stadt (Thüringen)1 kW

Diese Sendeanlagen sollen die Inhouse-Reichweite auf 87 Prozent der Bevölkerung erhöhen, für den mobilen Empfang werden 96 Prozent der Fläche versorgt (siehe klickbare Karte von MB).


Netzausbau 2021/2022

Dass der Rundfunkbeitrag ab 2021 zunächst nicht erhöht werden konnte, traf Deutschlandradio als wichtigstem Finanzier des ersten nationalen DAB+-Pakets. Dass dort Mittel auch für DAB+ blockiert waren, traf naturgemäß auch die Privatradio-Partner im Ensemble und deren Ideen für den weiteren Ausbau. Das Bundesverfassungsgericht setzte die Erhöhung dann ab dem 20. Juli vorläufig inkraft. Die Kompensation der bis dahin eingetretenen Mindereinnahmen ist über eine neuerliche Festlegung des Rundfunkbeitrages in einem späteren Staatsvertrag möglich.

Deutschlandradio bestätigte Ende August 2021 die Wiederaufnahe des Ausbauprogramms. Zwei Standorte gingen Ende 2021 in Betrieb, weitere sechs sollten ab April 2022 folgen. Mitte März 2022 wurde 12 neue Sendeanlagen angekündigt, die im Laufe von 2022 errichtet werden sollen. Dort sind auch die sechs schon in 2021 avisierten Standorte enthalten. Das Sendenetz wird dann mit 161 Senderanlagen betrieben.

25. November 2021Schöppingen (Nordrhein-Westfalen)10 kW
16. Dezember 2021Malchin (Mecklenburg-Vorpommern)2,5 kW

16. März 2022Reutlingen (Baden-Württemberg)2 kW
20. April 2022Güstrow (Mecklenburg-Vorpommern)4 kW
28. April 2022Eisenhüttenstadt (Brandenburg)5 kW
9. Mai 2022Uelzen (Niedersachsen5 kW
10. Mai 2022Petkus (Brandenburg)10 kW
16. Juni 2022Pfaffenhofen/Ilm (Bayern)10 kW
23. Juni 2022Steinkimmen (Niedersachsen)1 kW
13. Juli 2022Süderlügum (Schleswig-Holstein)1 kW
27. September 2022Unterringingen (Bayern)10 kW
4. Oktober 2022Hennstedt (Schleswig-Holstein)1 kW
2022Torgelow (Mecklenburg-Vorpommern)5 kW
2022Zwickau (Sachsen)10 kW
k. A.Neustrelitz (Mecklenburg-Vorpommern) *)2 kW

Hinweis: Die BNetzA weist in einer wöchentlich aktualisierten Liste die koordinierten Senderstandorte und Parameter für DAB+ (u.a. die maximal zulässige Sendeleistungen) aus. Eine Pflicht, die Technik dort (und das innerhalb eines bestimmten Zeitraums) einzubauen, besteht jedoch nicht. Nicht zuletzt stehen vor dem Aufbau der Technik Baugenehmigungen, Ausschreibungen, die Heranführung der Programmsignale usw.
*) Der Standort ist seit Ende Juli 2021 in der BNetzA-Standortliste verzeichnet. Planungen zur Inbetriebnahme sind nicht bekannt.


Planungssicherheit bis mindestens 2031, aber ...

Immerhin: Die KEF hatte in ihrem 22. Bericht vom Februar 2020 dem Deutschlandradio Die Finanzierung von bis zu 199 Sendeanlagen bis 2024 zugestanden. Die KEF unterstellt aber auch eine UKW-Abschaltung bis 2032 und reduziert bis dahin schrittweise die Ausgaben für die gesamte terrestrische Radioverbreitung - DAB+ und UKW zusammen - auf die Kosten von DAB+. Diese Kalkulation schickt ARD und D-Radio allein ins digitale Feuer. Nicht berücksichtigt wird die Positionierung der Privatradios, die bis Mitte 2021 die Diskussion über einen Plan zur UKW-Abschaltung mit allen Mitteln verhindert haben.

Grundlage für den weiteren Ausbau des Sendenetzes sind die Senderechte. Die Bundesländer hatten die Frequenzzuweisung für den Block 5C bereits im Juni 2019 bis 2035 verlängert. Die Medienanstalten verlängerten im Januar 2020 die Zuweisungen der Ressourcen an die neun privaten Programme bis 2031. Damit besteht für alle Beteiligten ausreichende Planungssicherheit.

Das ist abernur eine Seite der Medaillie: Wenn das Fernsehen seine letzten UHF-Frequenzen verliert, ist nicht gesichert, dass die Sendemasten und -türme allein durch die Radio-Verbreitung finanziert werden können. Tritt das ein, ist die terrestrische Hörfunkverbreitung existenziell gefährdet.

Links zum Thema:
Hier werden allgemeine Meldungen gelistet. Infos zu Aufschaltungsterminen finden sich auf den Bundesmux-Seiten des jeweiligen Bundeslandes.
Neuer Sender für Bundesmux 1 im Norden (4.10.2022).
Neue Sendeantenne für Bundesmux 1 (28.9.2022).
Süderlügum sendet den Bundesmux 1 (14.7.2022).
Steinkimmen jetzt auch für den Bundesmux 1 (27.6.2022).
Bundesmux 1 in Pfaffenhofen - Ausbau-Halbzeit (15.6.2022).
2 neue Sendeanlagen für den Bundesmux 1 (10.5.2022).
Bundesmux 1 baut im Nordosten aus (20.4.2022).
12 neue Standorte für den Bundesmux 1 (14.3.2022).
8 neue Standorte für den Bundesmux 1 (30.8.2021).
Koordinierungen für den Bundesmux 1 (27.7.2021).
D-Radio spart bei DAB+ und beim Personal (15.1.2021).
Bundesmux1-Ausbau reduziert / Und 2021? (10.11.2020).
Spekulationen um Netzausbau für Bundesmux 1 (21.5.2020).
Bundesmux 1-Programme bis 2031 gesichert (13.2.2020).

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